Vorsorge für Mutter und Kind
Rund 97 Prozent aller Kinder sind kerngesund, wenn sie das Licht der Welt erblicken. Trotzdem wird jeder Frau, die ein Baby erwartet, empfohlen, an den Vorsorgeuntersuchungen teilzunehmen, damit eventuelle Komplikationen, die der Gesundheit von Mutter oder Kind schaden könnten, rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Im Überblick
Betreuung in der Schwangerschaft
Keine Schwangerschaft verläuft gleich. Auch Frauen, die schon mehrere Geburten hinter sich haben, berichten, dass jede Schwangerschaft und jede Geburt anders waren. Deswegen ist es gut, wenn Schwangere regelmäßig von einer Hebamme oder einem Frauenarzt betreut und untersucht werden – das Gesetz schreibt vor, dass eine werdende Mutter bis zu 14 Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen kann. Praxisgebühren fallen dafür nicht an.
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In welcher Woche bin ich? Eine Frau, die vermutet, schwanger zu sein, hat meist nichts Eiligeres zu tun als sich in der nächsten Apotheke einen Schwangerschaftstest zu besorgen. Ein mit Urin durchgeführter Schwangerschaftstest ist zu etwa 97 Prozent sicher. Einige Tests geben sogar Auskunft darüber, in der wievielten Woche die Schwangere ist. Sie können aber auch ganz einfach selbst nachrechnen: Eine Schwangerschaft dauert 40 Wochen. Der erste Tag der letzten Periodenblutung wird als Beginn der ersten Schwangerschaftswoche angenommen. Dann zählt man wochenweise bis zum aktuellen Datum weiter. Mit einer
Ultraschalluntersuchung – wenn der erste Arztbesuch zwischen der 9. und der 12. Woche stattfindet, wird sie gleich in der ersten Vorsorgeuntersuchung gemacht – kann dann genauer beurteilt werden, wie weit die Schwangerschaft fortgeschritten ist.
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Und wann kommt das Kind? Ganz genau kann auch der Arzt den Geburtstermin nicht vorhersagen, weil Frauen unterschiedliche lange und schwankende
Zyklen haben. Er nimmt einen immer gleich langen
Zyklus von 28 Tagen an und eine Schwangerschaftsdauer von 40 Wochen. Danach liegt der wahrscheinliche Geburtstermin 40 Wochen nach dem ersten Tag der letzten Periode.
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Hebamme oder Frauenarzt? Die Betreuung durch eine Hebamme oder einen Facharzt für Geburtsheilkunde ist von Anfang an ratsam. Sobald Sie vermuten – mit oder ohne Schwangerschaftstest –, dass ein Baby unterwegs ist, sollten Sie einen Termin für die erste Vorsorgeuntersuchung vereinbaren. In einer komplikationslosen Schwangerschaft können Sie sich sowohl von einer Hebamme als auch ihrem Frauenarzt betreuen lassen. Lediglich die Untersuchung von Urin und Blut gehört in die Hand des Arztes.
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Die erste Vorsorgeuntersuchung
Bei der ersten Untersuchung wird festgestellt, ob Sie tatsächlich schwanger sind – dann ist das Schwangerschaftshormon
hCG (humanes Choriongonadotropin) Blut nachweisbar. Arzt oder Hebamme legen den
Mutterpass an, den Sie immer bei sich tragen sollten. Mit zur ersten Vorsorgeuntersuchung gehören auch:
- die Erhebung der Krankengeschichte (so genannte Anamnese), bei der die Schwangere unter anderem nach eventuellen Vorerkrankungen, bisherigen Schwangerschaften, deren Verlauf und möglichen Erkrankungen in der Familie befragt wird, sowie ob irgendwelche Medikamente eingenommen werden. Weiterhin interessiert den Arzt oder die Hebamme, ob die Schwangerschaft möglicherweise besonderen Risiken ausgesetzt ist, beispielsweise weil die Schwangere Raucherin ist, gern Alkohol trinkt, Drogen einnimmt oder besondere seelische Belastungen wie finanzielle oder familiäre Probleme vorliegen.
- eine gründliche körperliche Untersuchung einschließlich der Messung des Blutdrucks und einer Gewichtskontrolle.
- Blut- und Urinuntersuchungen.
Wichtige Daten werden in den Mutterpass eingetragen, der bei jeder weiteren Vorsorgeuntersuchung ergänzt wird, damit über die gesamte Schwangerschaft hinweg ihr Verlauf verfolgt werden kann.
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Die vaginale Tastuntersuchung Bei der Tastuntersuchung durch die Scheide kann man feststellen, ob die Gebärmutter bereits größer ist und sich durch die Schwangerschaft verändert hat. Besonderes Augenmerk wird auf eventuelle Entzündungszeichen gerichtet, wie zum Beispiel Ausfluss, um gegebenenfalls schnell therapieren zu können. Entzündungen bergen nämlich immer auch ein Risiko für das ungeborene Kind. Eine Überprüfung des Scheidensekrets gibt Hinweise auf Störungen des Scheidenmilieus und eventuelle
Bakterien und damit einem erhöhten Risiko für eine Frühgeburt. Sicherheitshalber nimmt der Arzt auch einen Abstrich zur Untersuchung auf Krebszellen.
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Der Urintest Ein Urintest ist ein einfacher, aber sehr aufschlussreicher Test. Der Urin wird dabei auf sogenannte Sedimente untersucht. Sedimente sind feinste, mit bloßem Auge gar nicht sichtbare Teilchen. Bestimmte Sedimente geben Auskunft sowohl über die Gesundheit der Mutter als auch über eventuelle Gesundheitsgefahren für das Kind.
Neben
Bakterien und
weißen Blutkörperchen, die bei einer
Infektion im Urin nachweisbar wären, interessieren den Arzt dabei zwei Substanzen ganz besonders:
- Ist Eiweiß im Urin nachweisbar, kann das einerseits auf einen Harnwegsinfekt hinweisen, aber auch – gerade ab etwa der 20. Schwangerschaftswoche – auf eine Präeklampsie. Beides gehört unbedingt in die Hand eines Arztes: bei einem Harnwegsinfekt sind meist Antibiotika notwendig, und eine Präeklampsie muss kontinuierlich überwacht werden, damit sie nicht zu Komplikationen führt.
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Die Blutuntersuchung Bei der Blutuntersuchung geht es vor allem um die Bestimmung von:
- Blutgruppe: Im Falle eines größeren Blutverlustes ist dann bekannt, welches Fremdblut übertragen werden kann.
- Eisenspiegel, Hb-Wert: Zur Bildung von roten Blutkörperchen benötigt der Körper unter anderem Eisen. Im Laufe der Schwangerschaft braucht der Körper mehr Eisen als sonst, sodass es oft zu einem Eisenmangel kommt. Ist zu wenig Eisen vorhanden, führt das mit der Zeit zur sogenannten Eisenmangelanämie. Mit einer entsprechenden Blutuntersuchung kann der Arzt feststellen, wie ausgeprägt die Anämie ist. Liegt der Hb-Wert unter 12 g/dl sollte die Schwangere ein Eisenpräparat einnehmen, damit das Kind keinen Schaden nimmt.
- Immunität gegen Röteln: Vor allem in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten kann eine Ansteckung der Mutter mit Röteln dem Kind großen Schaden zufügen. Deswegen wird immer gleich zu Beginn der Schwangerschaft oder auch bereits, wenn eine Schwangerschaft geplant ist, nach Antikörpern gegen Röteln im Blut gefahndet. Besteht die Gefahr, dass sich die werdende Mutter angesteckt hat, kann der Arzt noch innerhalb der nächsten fünf Tage mit Röteln-Immunglobulin eine passive Immunisierung durchführen.
Außerdem können mit einem Bluttest Erkrankungen wie Hepatitis B
und
Syphilis ausgeschlossen werden und es kann – auf ausdrücklichen Wunsch der Schwangeren – festgestellt werden, ob eine HIV-Infektion vorliegt. In diesem Fall kann der Arzt das Ungeborene vor einer Ansteckung durch die Mutter schützen: durch eine entsprechende Therapie und weiteren Vorsichtsmaßnahmen wie einer Geburt per
Kaiserschnitt.
Immun gegen Toxoplasmose? Eine
Toxoplasmose wird durch einen
Parasiten verursacht, der in rohem oder halbrohem Schweine- oder Schaffleisch oder auch in Katzenkot vorkommt. Eine
Infektion mit diesem Einzeller verläuft meistens unbemerkt und hinterlässt im Blut schützende
Antikörper gegen den
Parasiten. Bei etwa der Hälfte aller Schwangeren sind diese
Antikörper nachweisbar. Infiziert sich eine werdende Mutter erstmals in der Schwangerschaft mit
Toxoplasmose-Erregern und werden diese auf das Kind übertragen, kann das zu schweren Schädigungen führen. Daher sollten werdende Mütter testen lassen, ob sie immun gegen die Erreger sind. Bei einer Erstinfektion in der Schwangerschaft kann eine konsequente
Antibiotikatherapie das Infektionsrisiko des ungeborenen Kindes reduzieren.
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Weitere Vorsorgeuntersuchungen
Jede Schwangere hat Anspruch auf bis zu 14 Vorsorgeuntersuchungen. Nach der ersten Vorsorgeuntersuchung folgen die weiteren für gewöhnlich alle vier Wochen. In den letzten beiden Schwangerschaftsmonaten wird zu Untersuchungen alle zwei Wochen geraten. Wenn die Geburt bevorsteht, sollten sich Schwangere jede Woche oder alle drei Tage untersuchen lassen.
Wichtig: Wenn zwischen den Vorsorgeuntersuchungen Beschwerden auftreten, wie etwa Schmierblutungen, Schwindelanfälle oder Bauchkrämpfe, sollten Sie nicht bis zur nächsten Vorsorgeuntersuchung warten, sondern sofort zum Arzt gehen.
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Die Ultraschalluntersuchung
Drei
Ultraschalluntersuchungen (sogenannte Screenings) stehen nach den Mutterschaftsrichtlinien jeder Schwangeren zu. Auf dem Monitor können die werdenden Eltern ihr Baby sehen. Dem Arzt gibt die
Ultraschalluntersuchung wichtige Informationen über die (altersentsprechende) Entwicklung des Kindes, seine Lage in der Gebärmutter, den Sitz der
Plazenta und die Menge des Fruchtwassers.
Jedes der drei Screenings hat seinen eigenen Informationswert:
Das erste Screening zwischen der 9. und der 12. Woche dient dazu, die Schwangerschaft zu bestätigen und zu sehen, ob sich das Ei in der Gebärmutterschleimhaut (und nicht etwa beispielsweise im Eileiter) eingenistet hat. Außerdem kann man schon bei dieser ersten Untersuchung das Herz des Ungeborenen schlagen sehen und auch erkennen, ob es sich um eine Mehrlingsschwangerschaft handelt.
Das zweite Screening zwischen der 19. und der 22. Woche gibt Auskunft darüber, wie sich das Kind entwickelt, vor allem aber, ob es Fehlbildungen hat. Körperliche Anomalien wie etwa
Herzfehler können so meist frühzeitig erkannt werden.
Das dritte Screening zwischen der 29. und der 32. Woche zeigt, ob sich das Baby gut entwickelt hat und sein Wachstum altersentsprechend ist.
Mithilfe moderner Technik kann das Ungeborene bei der
Ultraschalluntersuchung sogar „vermessen“ werden:
- BPD (biparietaler Kopfdurchmesser): Vermessung von Schläfe zu Schläfe
- FOD (frontoocczipitaer Durchmesser): Vermessung von Stirn zu Hinterkopf
- KU: Kopfumfang
- APD (AnteriorPosterior): Vermessung vom Nabel zum Rückgrat
- AU: Abdomen- (d.h. Bauch-) Umfang
- FL (Femurlänge): Länge des Oberschenkelknochens
- HL (Humeruslänge): Länge des Oberarmknochens
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Der Mutterpass
Keine Schwangerschaft verläuft wie die andere. Um ihren Verlauf immer genau verfolgen zu können, wird schon bei der ersten Vorsorgeuntersuchung der Mutterpass angelegt. In ihm sind alle wichtigen, die Schwangerschaft betreffenden Informationen zusammengestellt – am besten nehmen Sie ihn immer mit, wenn Sie das Haus verlassen.
Gravidogramm Ein wichtiger Bestandteil des Mutterpasses ist das Gravidogramm – eine Tabelle, die bei jeder Vorsorgeuntersuchung vom Arzt oder der Hebamme ergänzt wird. Neben dem Datum und dem Schwangerschaftszeitpunkt werden in den einzelnen Spalten von links nach rechts folgenden Daten vermerkt:
- Fundusstand
Er gibt Auskunft darüber, wo der obere Rand der Gebärmutter tastbar ist. Mit einem Querfinger (QF) als Maßeinheit misst man den Abstand der Gebärmutter von Schambeinknochen (S), Nabel (N) oder Rippenbogen (Rb). „N + 2QF“ bedeutet dann „zwei Querfinger über dem Nabel“.
- Kindslage
Die meisten Schwangeren kennen das Gefühl, wenn sich ihr Baby in der Gebärmutter bewegt. Gerade mit Blick auf die Geburt wird die Bestimmung der Kindslage immer wichtiger. Unterschieden wird dann in SL = Schädellage des Kindes, BEL = Beckenendlage und QL = Querlage.
- Herztöne
Das Schlagen des kindlichen Herzens ist entweder mit dem Stethoskop zu hören oder auf dem Ultraschall zu erkennen und zu hören: Es ist doppelt so schnell wie bei einem Erwachsenen: etwa 120 bis 160mal in der Minute.
- Kindsbewegungen
Während auf dem Ultraschallbild das Baby schon früh gut erkennbar ist, sind die ersten Kindsbewegungen meist erst zwischen der 18. und der 24. Schwangerschaftswoche zu spüren.
- Ödeme/Krampfadern
Wenn Ödeme auftreten, also Wassereinlagerungen im Gewebe, wird das ebenso im Gravidogramm vermerkt wie Krampfadern.
- Gewichtskontrolle
Eine normale Gewichtszunahme in der Schwangerschaft liegt zwischen 10 und 12 kg. Während in den ersten drei bis vier Monaten die Waage nur langsam mehr anzeigt, steigt das Gewicht danach kontinuierlich an. Frauen, die untergewichtig sind, sollten etwas mehr als 10 bis 12 kg zunehmen, bei übergewichtigen Frauen darf es ruhig ein bisschen weniger sein – von Schlankheitskuren sollte man in der Schwangerschaft aber Abstand nehmen.
- Blutdruck
Die regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks bei den Vorsorgeuntersuchungen dient vor allem einem Zweck: die Entwicklung eines zu hohen Blutdrucks frühzeitig erkennen und wenn nötig medikamentös behandeln zu können. Ein Blutdruck ist dann zu hoch, wenn der obere (systolische) Wert über 140 und der untere (diastolische) Wert über 90 liegen. Bei Frauen, die normalerweise einen niedrigen Blutdruck haben, müssen diese Werte jedoch möglicherweise nach unten korrigiert werden.
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Zusätzliche Untersuchungen
Unter bestimmten Umständen kann das Risiko, dass ein Kind nicht ganz gesund zur Welt kommt, erhöht sein. Zu solchen Umständen gehören
- wenn die Mutter über 35 Jahre alt ist oder
- wenn in der Familie ein erhöhtes Risiko für angeborene Fehlbildungen bekannt ist.
Um Störungen der kindlichen Entwicklung und/oder mögliche
Chromosomenschäden auszuschließen, gibt es außerhalb der routinemäßigen Schwangerschaftsvorsorge spezielle Untersuchungen, die Schwangeren angeboten werden. Diese Untersuchungen gliedern sich in
nicht-invasive Methoden und in
invasive Methoden, die mit einem Eingriff in den Körper der Mutter verbunden sind.
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Nicht-invasive Methoden
Zu den
nicht-invasiven Methoden gehören die routinemäßigen Ultraschalluntersuchungen. Wenn aufgrund des Alters der werdenden Mutter – 35 Jahre oder älter – oder einer Familienbelastung das Risiko für eine Fehlbildung des Kindes erhöht ist, kann der Arzt zusätzliche
nicht-invasive Methoden anwenden.
- Triple-Test
Dieser Test, auch MoM-Test genannt, wird zwischen der 15. und 18. Schwangerschaftswoche durchgeführt und kann Auskunft darüber geben, ob das Risiko für bestimmte Chromosomendefekte wie das Down-Syndrom oder Störungen der Entwicklung des Nervensystems erhöht ist. Dazu werden Hormone und Eiweiße im Blut der Mutter gemessen. Allerdings dient dieser Test nur der Risikoabschätzung. Eine Diagnose kann damit nicht gestellt werden. Zur Verbesserung der Risikoabschätzung kann man auch noch einen weiteren Wert im Blut bestimmen, man nennt dies dann den Quadrupel-Test.
- Nackenfalten-Messung
Bereits in der 11. bis 14. Schwangerschaftswoche kann der Arzt per Ultraschall messen, ob sich in der Nackenfalte des Ungeborenen vermehrt Flüssigkeit angesammelt hat und sie entsprechend dicker ist. Bei verdickter Nackenfalte steigt das Risiko, dass das Kind mit einem Down-Syndrom oder mit einem Herzfehler auf die Welt kommt. Wassereinlagerungen in die Nackenfalte können aber auch völlig harmlose Ursachen haben und von selbst wieder verschwinden.
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Invasive Methoden
Mit den
invasiven Methoden kann der Arzt genetische
Defekte beim ungeborenen Kind erkennen. Sie werden nicht routinemäßig angeboten und gehen immer mit einem gewissen wenn auch geringen Risiko für eine Fehlgeburt einher. Auch andere Komplikationen wie Blutungen, Verletzungen,
Infektionen oder Fruchtwasserverlust sind möglich. Ein Eingriff wird daher in der Regel nur dann durchgeführt, wenn das Risiko des Eingriffs niedriger ist als die statistische Wahrscheinlichkeit, dass das Kind einen
Chromosomendefekt oder eine Erbkrankheit hat.
- Chorion(zotten)biopsie
Hierfür entnimmt der Arzt Gewebe des Mutterkuchens (Plazenta) und untersucht es auf mögliche Chromosomenschäden des Kindes. Das Plazentagewebe gewinnt der Arzt entweder, indem er unter Ultraschallkontrolle eine feine Hohlnadel durch die Bauchdecke der Mutter in die Plazenta einführt oder durch die Vagina einen kleinen biegsamen Schlauch in die Gebärmutter schiebt. Mit der Chorionzottenbiopsie kann man schon sehr früh feststellen, nämlich ab der 11. bis 13. Woche, ob das Ungeborene beispielsweise am Down-Syndrom oder angeborenen Muskel- oder Stoffwechselstörungen leidet. Allerdings ist das Ergebnis etwas unsicherer als bei einer Amniozentese. Der Vorteil dieser Untersuchung, die gegenüber der Amniozentese auch mit einem leicht erhöhten Fehlgeburtsrisiko belastet ist, liegt darin, dass das Ergebnis frühzeitiger vorliegt.
- Amniozentese
Die Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) ist die häufigste Untersuchung, um genetische Defekte wie das Down-Syndrom auszuschließen. Sie wird zwischen der 15./16. und der 18. Schwangerschaftswoche durchgeführt und kommt vor allem für Frauen in Betracht, die bereits über 35 Jahre alt sind. Die Aussagesicherheit der Chromosomenuntersuchung bewegt sich bei 99 Prozent.
Bei der Amniozentese führt der Arzt unter Ultraschallkontrolle vorsichtig eine lange, dünne Nadel durch die Bauchdecke der Mutter in die Fruchtblase ein und saugt etwas Fruchtwasser ab, das auch kindliche Zellen enthält. Der Einstich der Hohlnadel ist nicht schmerzhafter als eine normale Blutentnahme aus einer Armvene. Die ganze Untersuchung kann von der Schwangeren auf dem Ultraschallmonitor mit verfolgt werden.
Die Entnahme des Fruchtwassers durch die Hohlnadel dauert nur ein paar Sekunden, dann wird die Nadel entfernt und die Einstichstelle mit einem kleinen Pflaster versorgt. Danach sollte die Schwangere etwas ruhen und sich auch noch am nächsten Tag etwas schonen. Das Fruchtwasser wird ans Labor geschickt – bis die Ergebnisse vorliegen, vergehen zwei bis drei Wochen. Inzwischen gibt es auch einen Schnelltest bei dem die Ergebnisse schon nach zwei bis drei Tagen feststehen. Der Schnelltest verkürzt zwar die Wartezeit, kann aber nicht alle Chromosomenstörungen erkennen – auf die konventionelle Analyse des Fruchtwassers kann daher nicht verzichtet werden.
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Arztbesuche in der Schwangerschaft
In den neun Monaten von der Zeugung eines Kindes bis zu seiner Geburt erbringt der Körper einer Frau Höchstleistungen. Manche körperliche Veränderung ist unerwartet und vielleicht beunruhigend. Wenn Beschwerden auftreten, für die der Frauenarzt beziehungsweise die Hebamme nicht der richtige Ansprechpartner ist – zum Beispiel bei Zahnschmerzen oder bei einem Knochenbruch – muss ein anderer Arzt konsultiert werden.
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Immer auf die Schwangerschaft hinweisen
Vergessen Sie nie, den Arzt darauf hinzuweisen, dass Sie schwanger sind – gerade wenn er Sie nicht gut kennt und wenn die Schwangerschaft noch nicht offensichtlich ist. Manche Untersuchungen und viele Medikamente sind bei Schwangeren tabu, weil sie gefährlich für das Baby sind. Am besten sollten Sie immer den Mutterpass bei sich haben, wenn Sie das Haus verlassen. Ein Arzt kann sich dann rasch über den Stand der Dinge informieren und wenn nötig eine Therapie in die Wege leiten, die Ihre Beschwerden lindert und auch von Ihrem Kind gut vertragen wird.
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Vorsicht mit Medikamenten
In der Schwangerschaft ist ganz besondere Vorsicht mit Medikamenten geboten. Nicht alle Mittel, die gut für Sie sind, sind auch gut für das ungeborene Kind – manche können ihm sogar schwer schaden. Aus diesem Grund sollten Schwangere niemals Medikamente einnehmen, ohne dass sie den verschreibenden Arzt darüber informiert haben, dass sie ein Kind erwarten. Auch frei verkäufliche Arzneimittel sollten Sie nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt nehmen. Diese Vorsichtsmaßnahmen gelten natürlich auch für Naturheilmittel. Wenn Sie bisher Medikamente eingenommen haben – vom Arzt verordnete oder freiverkäufliche Präparate aus der Apotheke – müssen Sie sich mit dem Arzt absprechen, bevor Sie sie weiter einnehmen. Sind bestimmte Beschwerden nur medikamentös zu behandeln, gibt es Medikamente, die für Schwangere geeignet sind, beziehungsweise Dosierungen, die für das Kind unbedenklich sind.
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